Auf seine erste Ministerin musste die Bundesrepublik bis 1961 warten. Die aus Frankfurt stammende Wiesbadener CDU-Abgeordnete und Oberkirchenrätin Elisabeth Schwarzhaupt wurde von Konrad Adenauer in sein letztes Kabinett berufen – auf Druck der weiblichen Abgeordneten innerhalb der Union, denen der patriarchale Kanzler mehrfach zuvor eine Ministerin versprochen hatte, sich nach seiner Wahl aber anders entschied. 1961 schließlich konnte Adenauer nicht mehr anders, als Elisabeth Schwarzhaupt zur ersten Gesundheitsministerin zu ernennen. Auch im Kabinett von Ludwig Erhard blieb die Frankfurterin Chefin dieses Ressorts.
In meiner Magisterarbeit habe ich versucht, mich dieser charmanten Persönlichkeit und vor allem dieser Ministerin zu nähern, über deren prominentesten Jahre in Bonn es bis dato keine umfassende Untersuchung gab. Sie ist als Buch erschienen: Elisabeth Schwarzhaupt als Bundesgesundheitsministerin 1961–1966.
Harald Ille
(Dieser Artikel ist am 8. Juli 2010 auf „La Blogille." erschienen.)