Storytelling ist so alt wie die Menschheit. Warum aber prägen sich alte Mythen und Märchen derart tief in unser Gedächtnis ein? Weil sie zu einem wesentlichen Teil über das Unterbewusstsein wirken. So erreichen sie verschiedene Zentren des Gehirns, nicht nur die rationale Ebene.
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Die Heldenreise
Die Etappen der Heldenreise und die Rollen sind archetypisch. Nicht alle müssen immer vorkommen, ihre Gestalt kann sich wandeln. Der Held kann sogar ein Gegenstand sein, dessen Reise erzählt wird. Die Kreativität besteht darin, die Rollen und Etappen entsprechend zu adaptieren.
- Die gewohnte Welt des Helden: Er lebt in seiner engen Welt und ahnt noch nichts von seiner bevorstehenden Reise. Er trägt in sich einen Konflikt.
- Ruf des Abenteuers: Der Held wird herausgefordert, vielleicht direkt aufgefordert, sich auf seine Reise zu begeben.
- Angst und Verweigerung: Der Held weigert sich, dem Ruf zu folgen. Er hat Angst. Hier wird klar, wie atemberaubend die Fallhöhe ist.
- Der Mentor: Jemand ermutigt ihn, bereitet den Helden vor. Der Mentor hat vielleicht selbst schon eine ähnliche Reise zurückgelegt und daher Erfahrungen.
- Die erste Schwelle: Ein Schwellenhüter kann versuchen, den Antritt der Reise zu verhindern. Aber dann geht es los. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.
- Prüfungen, Verbündete und Feinde: Der Held wird herausgefordert und muss wachsen. Er wird mit den unterdrückten Anteilen seiner Persönlichkeit konfrontiert. Sein Ich verändert sich. Dabei gewinnt der Reisende Verbündete und macht sich Feinde.
- Tiefpunkt der Reise: Der Held steigt in die tiefste Höhle hinab. Dort erwartet ihn der ärgste Feind. Hier steuert die Geschichte gleichwohl auf ihren Höhepunkt zu.
- Die entscheidende Prüfung: Es kommt zum ultimativen Kampf. Das neu erworbene Wissen muss jetzt angewendet werden. Wenn der Kampf nicht gewonnen wird, ist alles Bisherige verloren. Mit dem Sieg stirbt auch das alte Ich. Der Held wird neu geboren.
- Die Belohnung: Der Held gewinnt den Schatz – die Königstochter, die Macht als Präsident oder die Selbsterkenntnis. Der neue Lebenssinn ist der eigentliche Schatz.
- Rückweg mit neuem Ich: Noch ist die Reise nicht beendet. Ist das neue Ich stabil? Die gegnerische Kraft ist noch nicht endgültig besiegt.
- Auferstehung: Der Held muss sich im Alltäglichen beweisen. Es kommt zur allerletzten Prüfung. Der Held soll sich mit dem neu erworbenen Wissen auch für seine Gemeinschaft einsetzen.
- Rückkehr mit dem Elixier: Die Hauptfigur ist durch das Elixier wieder ganz, die alten Wunden sind geheilt. Der Held lebt und dient anderen so in seiner ursprünglichen Heimat.
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Andere Storytelling-Formate
- Der 3-Akte-Aufbau
- Die V-Formel von Dave Lieber
- Problem-Dramatisierung-Lösung
- Dale Carnegies Story-Formel
- Vorher-Nachher-Brücke
- Ist-Vision-Umsetzung von Nancy Duarte
Show - don't tell

"The secret of being a bore
is to tell everything."
Voltaire
Beispiel 1
Anton fuhr die kurvige Straße entlang.
Er öffnete das Fenster und schaute auf die schönen Blumenwiesen am Straßenrand. Er genoss die Fahrt.
Beispiel 2
Anton drosselte das Tempo und kurbelte das Fenster seiner Rostlaube herunter. Rings um ihn wogten Blumen in den Feldern. Die würzige Bergluft drang herein und spielte mit seinem Haar. Er atmete tief durch.
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