Think positive! Positiv denken und sprechen - Digital Enthusiast Harald Ille

Wir sprechen und schreiben oft viel zu negativ und problemorientiert – meist sogar, ohne dies zu merken und zu beabsichtigen. Dabei ist es relativ einfach…

Wir sprechen und schreiben oft viel zu negativ und problemorientiert - meist sogar, ohne dies zu merken und zu beabsichtigen. Dabei ist es relativ einfach, sich an positive Begriffe und Formulierungen zu wagen. Hier ein kleiner How-to-Guide zu positiver Sprache.

Sprache ist nicht einfach nur eine Aneinanderreihung von Wörtern, die zusammen einen sachlichen Sinn ergeben. Sprache transportiert auch immer Emotionen und Bilder - und erzeugt sie. Daher ist es nicht egal, was wir sagen. Und es ist nicht gleichgültig, wie wir es sagen. Denn immer sagen wir etwas "zwischen den Zeilen" mit. Dann reden wir Dinge "schlecht", wenn wir - auch unbewusst! - negative Formulierungen verwenden. (So wie in den vorangegangenen Sätzen!)

Umgekehrt können wir Dinge in freundlichem Licht erstrahlen lassen, wenn wir es in positive Worte und Begriffe kleiden.

Sage, was ist

Doch wie formulieren wir positiv? Ganz einfach: Indem wir weglassen. Dann entsteht positive Sprache fast nebenbei.

  • Doppelte Verneinungen: weglassen.
  • Negative Worte und Begriffe wie nicht oder kein: weglassen.
  • Auf die Vorsilbe un- verzichten.

Dann entsteht die positive Formulierung fast von alleine.

Grundregel 1:
Sagen, was ist. Und nicht sagen, was nicht ist.

statt negativ zu sagen

besser positiv formulieren

das ist nicht unrealistisch

das ist gut möglich

das ist eine nicht geringe Menge

das ist viel

das ist nicht gerade groß

das ist klein

das kommt unverhofft/unerwartet

das kommt überraschend/plötzlich

hier war ich unvorsichtig

hier war ich leichtfertig

das ist unwahr

das ist falsch/gelogen

dafür habe ich mich unbewusst entschieden

das habe ich instinktiv so gemacht

wir sind uneins

wir sind anderer Meinung

der Kaiser ist unbekleidet

der Kaiser ist nackt

das Schiff fährt über eine Untiefe

das Schiff fährt über eine seichte Stelle

wir sind unzertrennlich

wir sind eng miteinander verbunden

daran glaube ich nicht

ich zweifele daran

daran kann ich mich nicht erinnern

das habe ich vergessen

das kann ich nicht zulassen

das werde ich verhindern

es ist klar, dass wir das nicht wollen

wir werden es ablehnen

das ist nicht genug/das reicht nicht

das ist zu knapp, das reicht kaum

Der Zug fährt geräuschlos

Der Zug fährt vollkommen leise

Das E-Auto fährt schadstoffarm

Das E-Auto schont Lunge und Umwelt

Biete eine Lösung an

Wir möchten Lösungen, die uns weiterhelfen. Wir möchten nach vorne schauen und nicht jedesmal zurück. Hilfreiche Menschen, die uns Lösungen präsentieren, sind uns meist viel sympathischer als nörgelnde Miesmacher, die immer wieder die altbekannten Probleme wiederkäuen.

Grundregel 2:
Lösungsorientiert statt problemorientiert sprechen.

Vielleicht möchten wir ja selbst diese optimistischen Lösungsbringer sein? Dann bieten wir in Business-E-Mails oder Team-Meetings auch Lösungen an, statt Probleme zu wälzen:

statt auf Probleme hinzuweisen

lieber Lösungen präsentieren

„Das ist nicht unsere Schuld!“

„Als Lösung schlagen wir vor…“

„Heute nicht mehr, und diese Woche auch nicht“

„Nächste Woche am…“

„Dafür bin ich nicht zuständig“

„zuständig ist“

„Ich kann nichts versprechen“

„Ich bemühe mich“

„das habe ich nicht so gemeint“

„gemeint habe ich“

„Das geht nicht!“

„Darf ich einen Vorschlag machen?“

„Kein Problem!“

„Das mache ich gern für Sie.“

Positive Sprache wirkt sich auch positiv auf unsere Stimmung und die Atmosphäre im Team aus. Probiert es aus! :-)